19. Jahrestagung: „Sozialgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit nach dem Cultural Turn“

23.-24. November 2012, Universität Zürich

Organisation: Almut Höfert und Claudia Moddelmog

Programm

Freitag, 23. November 2012

Almut Höfert: Kurze Einleitung
Simon Teuscher (Zürich): Gedanken zur Sozialgeschichte nach dem Cultural Turn
Michael Jucker (Luzern), Objektgeschichte jenseits des Sozialen? Luxusgüter und Dingpolitik im Hoch- und Spätmittelalter
Julien Demade (Paris), Die Erschaffung eines historischen Faktums. Zur Geschichte der Geschichte des Preises

Samstag, 24. November 2012

José Caceres (Zürich), Zerlegen der Sodomie, eines kulturellen Konstrukts. Praxeologischer Zugang zur Sodomie am Beispiel der Stadtstaat Zürich im 17. Jahrhundert
Marc Mudrak (Heidelberg/Paris), Ein Zisterzienserabt als Praxeologe? Überlegungen zu einer Religions-Kulturgeschichte des Sozialen anhand von Paul Bachmanns „Von ceremonien der kirchen“ (1537)
Maike Christadler (Basel): Wasser Macht, Landschaf(f)t: Versuch über das sozio-kulturelle Prägen eines Territoriums am Beispiel der Lombardei.
Isabelle Schürch (Zürich), Missiven: Mediale Praktiken der Herrschaft im Spätmittelalter
Claudia Moddelmog (Zürich), Die Werte der Frauen. Frauengüter, Kredit und Verwandtschaft im spätmittelalterlichen Adel
Eva Brugger (Konstanz), Körper unter Beobachtung. Eine Medien- und Wissensgeschichte der Wallfahrt im 18. Jahrhundert
Interdisziplinäre Perspektiven: Kommentar von Tanja Michalsky (Berlin) und Simona Slanicka (Bern)
Schlussdiskussion

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18. Jahrestagung „Präsentierung – Verfahren der Vergegenwärtigung im Mittelalter“

18.-19. November 2011, Begegnungsstätte Kleine Synagoge Erfurt

Organisation: Wolfram Drews und Sabine Schmolinsky

Die Vorträge der Erfurter Tagung sind – mit einer Ausnahme – erschienen in: Frühmittelalterliche Studien 46 (2012) 369-532 (mit Abbildungen im separaten Tafelteil).

Tagungskonzept

Tagungskonzept 2011

Programm

Freitag, 18. November 2011

Kristin Böse: Das Kreuz als Grenzmarkierung: Vergegenwärtigung des Göttlichen in spanischen Handschriften des 10./11. Jh.
Jan Clauß: Die Salbung in den karolingischen Quellen vor dem Horizont biblischer Wahrnehmungsmuster – ein Prisma von Herrschaftskonzept(en) und symbolischer Kommunikation
Michael Brauer: Im Antlitz der Weisheit: Literarische und politische Vergegenwärtigung Karls V. im „Livre des fais“ der Christine de Pisan
Bernd Roling: Vergegenwärtigung eines Mythos: die Historisierung Merlins zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit

Samstag 19. November 2011

Katharina Ulrike Mersch: Das transpersonelle Fortleben von mystischen Vergegenwärtigungspraktiken am Beispiel der Offenbarungen Margaretha Ebners
Susanne Härtel: Wie sich die Dinge präsentieren. Zu primären und sekundären Verwendungen jüdischer Grabsteine aus Regensburg
Christian Scholl: Zur Präsentierung imaginärer Ursprünge – einige Beispiele aus der jüdischen Geschichte des Mittelalters
Schlussdiskussion

Maria Stürzebecher/ Karin Sczech: Besuch der alten Synagoge und der Mikwe

Tagungsprogramm 2011

17. Jahrestagung „Geschichte und Metapher“

19.-20. November 2010, Universität der Künste Berlin

Organisation: Manuel Braun und Tanja Michalsky

Tagungsprogramm

Freitag, 19. November 2010

Tanja Michalsky: Gemalte Metaphern. Zur Reflexion der Bedeutungsverschiebung im Bild am Beispiel von Pieter Bruegels Niederländischen Sprichwörtern (1559), in der Gemäldegalerie

Samstag, 20. November 2010

Anja Becker: Metapherntheorie – Metaphernpraxis. Überlegungen zu einer mediävistischen Kontroverse am Beispiel geistlicher Lieddichtung
Hendrikje Lehmann: Von krumben ougen und süezer tumpheit. Metapherngebrauch und Emotionalität im Minnesang
Beatrice Trinca: Die Birne, die Rose, das Wild. Erotische Düfte, metaphorisch und konkret
Gregor Rohmann: Von der Kirche als Reigen zur Raserei im Gotteshaus. Metaphern für Heilserwartung und Heilsverlust und ihre Verwirklichung in der spirituellen Medizin des späten Mittelalters
Caroline Smout: Spielarten bildhafter Modellierung von Wahrheit in den Regia Carmina des Convenevole da Prato
Klaus Krüger: Bildliche Figuralität. Zur ästhetischen Produktion von Evidenz im Trecento

16. Tagung „Emotionen! / Émotions!“

20.-21. November 2009, Deutsches Historisches Institut Paris / Institut Historique Allemand, Paris

Organisation: Klaus Oschema und Simona Slanička

Programm

Freitag, 20. November 2009

Gudrun Gersmann (DHI Paris): Begrüßung
Simona Slanička (Bielefeld) und Klaus Oschema (Heidelberg/Bern): Einführung
Rüdiger Schnell (Basel): Ansätze und Irrwege mediävistischer Emotionsforschung
Pierre Levron (Paris): Pour une anthropologie littéraire des émotions? Enquête méthodologique et typologique dans la littérature des douzièmes et treizièmes siècles
Katharina Behrens (Göttingen): Zum Problem individueller Emotionserfahrungen. Überlegungen zur Scham in dn Revelations of Divine Love der Julian von Norwich
Barbara Wahlen (Lausanne): Se haï[r] solement por chevalerie: réflexions sur le rôle ambigu de l’envie dans le roman arthurien en prose

Samstag, 21. November 2009

Elizabeth Brown (New York): Les émotions et les actes testamentaires du lignage royal de France
Heike Schlie (Dortmund/Berlin): Trauer und Compassio – Kodierungen und Übertragungen von Affekten in Bildern der Kreuzigung
Sophie Albert (Paris): Usages de la ‚honte‘ dans Guiron le Courtois Ayse Erarslan (Freiburg i.Br.) Eine Historische Anthropologie des Zorns
Evamaria Heisler (Berlin): Herrscherzorn. Emotion und Macht in Geschichte(n) des 12. Jahrhunderts
Laurent Smagghe (Paris): Représentation et expression des émotions chez les femmes de pouvoir à la fin du Moyen Âge : l’exemple bourguignon
Peter von Moos (Béon): Kommentar
Abschlussdiskussion

Tagungsreader

15. Tagung des Brackweder AKs: „Alterität des Mittelalters? Aufforderung zur Revision eines Forschungsprogramms“

21.-23. November 2008, LMU München

Organisation: Manuel Braun

Programm

Freitag, 21. November 2008

Manuel Braun (München): Begrüßung und Einführung

Themenbereich I: Problematik des Alteritätsbegriffs
Marina Münkler (Berlin): Zur Ambiguität des Alteritätsbegriffs zwischen Epochenmarkierung und Codierung des Fremden

Themenbereich II: Universalien als Herausforderung des Alteritätskonzepts
Marcel Müllerburg (Berlin): Memorik und Mittelalter: Macht die Gedächtniskritik ein Ende mit der Alterität?
Christine Stridde (München): Zwischen ‚Alterität‘ und ‚Modernität‘. Oder: Zur Heimatlosigkeit von Heinrich Wittenwilers Ring im disziplinären Kanon von Literaturgeschichte und Gattungstheorie
Annette Kehnel (Mannheim): Vormoderne Postmoderne? Zum homo miserabilis als kulturanthropologischer Universalie

Samstag, 22. November 2008

Themenbereich III: Überprüfung einzelner Alteritätsparadigmen
Corinna Laude (Berlin): Erzählen im Mittelalter – ein Alteritätsparadigma für die Narratologie der Gegenwart?
Florina Kragl (Wien): Dimensionen der Modernitätsschwelle, oder: Alterität als Denkfigur der Interpretation
Heike Schlie (Berlin): Die Vera Icon – Kronzeugin einer Präsenzkultur im Mittelalter oder Modellfall eines hochentwickelten Medienbewusstseins?
Katharina Philipowski (Dresden): Alteritäre Präsenz? Das Phantasma literarischer Gegenwärtigkeit (und warum es eben nur ein Phantasma ist)
Hanno Wijsman (Leiden): History of Books and Libraries as an Entry to the Alterity of the Middle Ages?
Timo Reuvekamp (Konstanz): Mittelalterliche Literatur als Schauraum einer performanzbestimmten Laienkultur? Visualisierungstechniken als Grundlagen des Erzählens in Vormoderne und Moderne

Themenbereich IV: Geschichtsdenken und Alterität
Udo Friedrich (Göttingen): Alterität als Vermittlung: Zum Verhältnis von Ästhetik und Geschichte in der Literaturgeschichte

Sonntag, 23. November 2008

Silvan Wagner (Bayreuth): Religiöse Kommunikation im hochhöfischen und postmodernen Interdiskurs: Alterität und Egalität als gleichermaßen angemessene Paradigmen eines Vergleichs
Sonja Glauch (Erlangen): Was kommt nach dem Alteritätsparadigma?

Podiumsdiskussion: Zur Kritik der Alteritätskritik

14. Tagung des Brackweder Arbeitskreises „Familienmodelle im Mittelalter“

23.-25. November 2007, Deutsches Historisches Institut London

Organisation: Karsten Plöger (DHI London) und Benjamin Scheller

Programm

Freitag, 23. November 2007

Visit to Temple Church: guided tour by Robin Griffith-Jones, Master of the Temple

Karsten Plöger / Benjamin Scheller (London / Pisa): Welcome
David d’Avray (London): Marriage and Family in the Middle Ages: The Last Thirty Years of International Research
Christina Deutsch (Berlin): Verheiratet, verschollen – verwitwet? Zur Wiederheirat Hinterbliebener im Spätmittelalter
Colette Bowie (Glasgow): Eleanor of Aquitaine and Her Daughter Leonor: Reassessing Conceptions of the Medieval Family Model

Samstag, 24. November 2007

Simon Teuscher (Zurich): Patrilinearität im westeuropäischen Mittelalter. Elemente einer langen Geschichte
Philadelphia Ricketts (Liverpool): A Reappraisal of the „Western Family“ through an Examination of Icelandic and Yorkshire Widows of the Twelfth and Thirteenth Centuries
Bronach Kane (York): Memory, Genealogy and Gender in the Late Medieval Church Courts of York
Kerstin Seidel (Zurich): Schreckliche nette Familien? Zur Formulierung familiärer Verbände in spätmittelalterlichen Selbstzeugnissen
Vanessa J. Traill (Glasgow): You Can’t Choose Your Neighbours But You Can Choose Your Family: The „Clare“ Women and Transference and Expression of Kinship through Names
Esmé Binoth (Glasgow): Land Grants to Sisters and Daughters and the Role of Women in the Definition of Family: Some Case Studies for Thirteenth-Century Scotland
Hannah Wheeler (Oxford): Violent Discipline or Disciplining Violence? Experience and Reception of Domestic Violence in Thirteenth-Century France
Manuel Braun (Munich): Die verdeckte Verantwortung des Vaters: Zur Paradoxie familiärer Entartungsgeschichten am Beispiel von Wernhers Helmbrecht

Sonntag, 25. November 2007

Simona Slanicka (Bielefeld): Bruderliebe, Brudermord, Bastardinnenheirat: Adlige Illegitime und ihre Halbgeschwister
Helen Birkett (York): Cistercian Friendship and Familia: The Patronage Networks of Jocelin of Furness
Bernhard Jussen (Bielefeld): Funktionen und Denkformen intergenerationeller Ersetzung: Vorschläge für eine Verwandtschaftsforschung nach der Goody-Diskussion
Final Discussion

13. Jahrestagung: „Zeugnis und Zeugenschaft“

24.-25. November 2006, Universität Bremen

Organisation: Wolfram Drews und Heike Schlie (Universität Dortmund)

Ein Tagungsbericht erschien am 14.01.2007 bei H-Soz-u-Kult.

Publikation in: Wolfram Drews/Heike Schlie (Hg.), Zeugnis und Zeugenschaft. Perspektiven aus der Vormoderne, München 2011.

Konzept

Zeugnis und Zeugenschaft

Zeugnisse und Zeugenschaft machen bereits vergangene oder aus anderen Gründen nicht direkt rezipierbare Erfahrungssituationen und Erfahrungswerte für Mitglieder einer Gesellschaft verfügbar, die nicht an der Erfahrungssituation selbst beteiligt sind oder waren. In dieser Eigenschaft sind sie auf vielen Ebenen Grundbedingung für Prozesse der Manifestation und Tradierung im Kontext von Historiographie, Memoria oder Wissenstransfer. Entwickelt wurde der Zeugnisbegriff zunächst in der Rhetorik („kunstloses Überzeugungsmittel“) und im römischen Recht (Mittel der Tatsachenerhebung). In den Theologien der Offenbarungsreligionen ist der Begriff des Zeugnisses zentral für Offenbarung und Lehre, namengebend gar in der Martyriologie. Im jüdischen und christlichen Verständnis ist auch die ethische Dimension des Zeugnisses zentral, denn das Verbot, falsches Zeugnis abzulegen, ist Bestandteil des Dekalogs. Das Zeugnis spielt im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen über die apostolische Sukzession im Lehr- und Bischofsamt oder deren Infragestellung durch Exponenten der vita apostolica eine erhebliche Rolle in der Institutionengeschichte des Mittelalters. Auch die frühmittelalterliche Historiographie macht einen Zeugnisbegriff fruchtbar, in dem das in Schrift übertragene direkte Zeugnis des Sehens dem bloßen „Hörensagen“ gegenübergestellt wird. Die Beweiskraft des auf Augenzeugenschaft beruhenden Zeugnisses machte dieses zu einem grundlegenden Beweismittel für einen „historisch“ glaubwürdigen Bericht, denn das griechische Verb historein bedeutet, wie Isidor von Sevilla es in seiner Enzyklopädie formuliert, videre vel cognoscere, womit das auf eigener Anschauung oder Erkenntnis beruhende „Für-Wahr-Halten“ von Sachverhalten und ihre unter diesen Bedingungen „glaubwürdige“ Übermittlung, auch in Form einer historia, angesprochen ist. Schon etymologisch führt das Thema der Tagung daher in das Zentrum aller „historisch“ arbeitenden Disziplinen, denn sie geben der jeweiligen Gegenwart Zeugnis von der forschend (re)konstruierten Vergangenheit. Die folgenden Aspekte zu Wesen, Funktionalisierung und Medialität des Zeugnisses umreißen ein Themenspektrum für mögliche Beiträge zur Tagung. Bereits ein kurzer Überblick macht deutlich, daß wir es nicht mit einem, sondern mehreren, durchaus voneinander abweichenden Zeugnisbegriffen zu tun haben, die sich zwischen den Polen „Sichtbarwerdung“ und „Überliefern“ bewegen. Um einen Dialog zwischen den Ebenen und Fächern zu ermöglichen, wird es vermutlich notwendig sein, den Begriff des Zeugnisses in den verschiedenen Diskursen von seinen jeweiligen Synonymen (d.h. von Kategorien mit vergleichbarer Funktion) innerhalb dieser Diskurse zu trennen: im Rechtswesen vom Beweis (Sigrid Weigel), in der Rhetorik vom Exemplum, in der Philosophie vom Signum, in der Historiographie vom allgemeineren Begriff der Quelle. Weiterlesen